Kleine Dojo-Etikette für Budoka: Budo ist etwas anderes wie Fußball, das Dojo (der Trainingsraum) ist also kein Fußballplatz. Genauso wie das Zusammenleben in der Gesellschaft nicht ohne gewisse Spielregeln abläuft ist es auch hier. Wir wollen dabei nicht japanischer sein als Japaner selbst, aber ein gewisser Rahmen sollte schon sein. Er wirkt sich unbewußt auch auf unsere innere Haltung und damit auch auf unsere Trainingsarbeit aus. Vergiß nicht, das A und O jeder Kampfkunst ist die Achtung und der Respekt vor Deinem Partner / deiner Partnerin. Dies drückt sich durch Höflichkeit und Rücksicht ihm gegenüber aus.

Betrete das Dojo nur vollständig angezogen. Die Übungskleidung anziehen, den Gürtel binden usw. könne wir im Umkleideraum, dort ist der Platz dafür. Beim Betreten und Verlassen des Dojo verneigen wir uns. Dies soll zur Überbrückung vom Alltag zum Training sein, drückt aber auch eine gewisse Achtung gegenüber den Anwesenden und bei leerem Raum eine gewisse Sammlung aus.

Wenn wir die Matte verlassen sagen wir dem Übungsleiter Bescheid. Der Übungsleiter ist verantwortlich für das was auf der Matte geschieht. Wenn wir einfach abhauen weiß er nicht ob dies aus persönlichen Gründen ist oder ob ein gesundheitlicher Schaden der Anlaß dazu ist. Außerdem ist es nicht unbedingt anständig sich einfach so zu verp..... Dasselbe gilt für den Mattenauf- bzw. -Abbau. Wir üben zusammen, das Herrichten der Übungsfläche gehört auch dazu.

Wenn wir die Halle betreten und die Anderen verharren schon im Mokuso (dem Konzentrationssitz ).... verhalten wir uns ruhig und bleiben an der Tür stehen bis die Begrüßung vorbei ist. Wir vermeiden es dadurch die Anderen zu stören. Beim Betreten der Matte verneigen wir uns. Der Sinn ist etwa derselbe wie beim Betreten der Halle: Alltagsgedanken abschalten, Konzentration auf das Bevorstehende, Sammlung und innere Bereitschaft.

Vor und nach dem Training verharren wir kurze Zeit im Mokuso. Bei diesem Sitz sollte der Körper aufrecht zwischen den Fersen ruhen, der Oberkörper aufrecht und gerade. Die Gedanken lassen wir einfach vorbeiziehen, gehen gar nicht darauf ein - einfach sitzen und alles ziehen lassen, nirgends festhalten.

Bevor wir mit einem Partner / einer Partnerin üben oder uns wieder von ihm / von ihr trennen verneigen wir uns. Die drückt Achtung aus, heißt gleichzeitig auch "danke", "bitte" oder "Entschuldigung", je nach Situation. Wenn der Übungsleiter / die Übungsleiterin etwas erklärt begeben wir uns in den Kniestand oder Schneidersitz. Bevor wir dann wieder aufstehen um weiter zu üben, dann verneigen wir uns gegenüber dem Lehrer. Dasselbe gilt wenn er uns persönlich korrigiert. Er stellt seine Zeit für uns zur Verfügung und gibt sich die Mühe, uns etwas beizubringen. Das beschriebene Verhalten drückt unseren Dank dafür aus.

Wenn wir aus Konditionsschwäche oder sonstigen Gründen pausieren setzen wir uns im Kniesitz oder Schneidersitz am Mattenrand nieder und beobachten weiterhin aufmerksam den Übungsbetrieb. Das macht einmal ein besseres Bild als wenn wir einfach so rumlümmeln und dient zu unserer persönlichen Sicherheit wenn jemand in unsere Richtung fällt. Es unterstützt auch unsere innere Haltung - aufmerksam sein.

Dass wir die Matten nicht mit Schuhen betreten, unsere Füße vor dem Training waschen, Gegenstände die zu Verletzungen führen können wie z.B. Armreife, Uhr, Ohrringe usw. vor dem Training ablegen, dürfte selbstverständlich sein. Blödeleien oder gar Streitereien heben wir uns - sofern sie nicht zu vermeiden sein sollten - bis nach der Übungsstunde auf. Es ruft unnötige Unfallgefahr hervor, stört die Anderen und stiehlt ihnen den Platz.

Diese "Regeln" gehören zum Grundanstand aller Budo-Disziplinen. Wo sie nicht befolgt werden spricht das für sich. Wenn wir diese Regeln befolgen wirkt sich das auf unsere innere Haltung aus, es trägt aber auch zu einem guten Bild und zu einer entsprechenden Atmosphäre bei. Außerdem werden wir auch - besonders wenn wir in einem anderen Dojo zu Gast sind - einen guten Eindruck hinterlassen.